Nach einer Woche Schreiben und Spielen mit der ROG Azoth Extreme Edition 20 bleiben vor allem die Verarbeitung und das angenehme Tippgefühl in Erinnerung. Der Wechsel von unserer Logitech G Pro X TKL überraschte uns schon nach wenigen Minuten. Eine Frage bleibt: Kann man fast 700 € für eine Tastatur rechtfertigen, so angenehm sie auch ist?

Unsere Testbedingungen

Unser französisches AZERTY-Exemplar wurde von Absolute PC, einem Partner von Hardware Reference, gekauft. Wir nutzten es etwa eine Woche lang durchschnittlich vier Stunden täglich, unter anderem für diesen Artikel sowie Counter-Strike 2 und Battlefield 6.

Alle Tests erfolgten mit Funkempfänger, eingeschaltetem Display und Beleuchtung, ohne ROG Polling Rate Booster. Wir haben die Tastatur weder zerlegt noch ihre Schalter ausgetauscht. Der Test beschreibt unsere Nutzungserfahrung; instrumentelle Latenz- oder Geräuschmessungen haben wir nicht durchgeführt.

Eine eindrucksvolle Verarbeitung

Die erste Überraschung ist das Gewicht. Trotz des kompakten 75%-Formats liegt diese Tastatur sehr schwer in der Hand. Auf dem Schreibtisch vermittelt sie einen bemerkenswert hochwertigen Eindruck. Metallgehäuse, durchscheinende Tastenkappen und goldene Details ergeben für uns ein besonders gelungenes Gesamtbild. Es fällt auf, ohne übertrieben zu wirken.

Diese Edition 20 feiert zwanzig Jahre ROG mit einer Gedenkplakette mit 24-Karat-Vergoldung. ASUS verwendet unter anderem Aluminium für die Struktur und eine Schalterplatte aus Kohlefaser unter den Tasten [1].

Auch die Verpackung unterstreicht den Premiumeindruck. ASUS nennt unter anderem die Handballenauflage, zwei Paar magnetische Füße, den Polling Rate Booster, ein USB-A-auf-USB-C-Kabel, eine USB-Verlängerung, Tastenkappen- und Schalterabzieher sowie drei Ersatzschalter als Zubehör [2].

Die Verpackung der Tastatur.
Das Zubehör in seiner Box.

Ein leichtes Tippgefühl, das schnell gefällt

Gegenüber der zuvor verwendeten Logitech G Pro X TKL fühlt sich der Anschlag deutlich leichter an, anfangs fast zu weich. Dieser Eindruck verschwindet schnell: Beim Schreiben und Spielen fanden wir uns rasch zurecht.

Trotz des Tastaturwechsels machten wir wenige Tippfehler. Die Tastenabstände erschienen uns passend, ohne dass schon die leichteste Berührung einen Anschlag auszulösen schien.

Unser Exemplar besitzt lineare ROG NX Snow Edition 20-Schalter, die sich ohne Löten austauschen lassen [1]. Wir behielten während des gesamten Tests die Originalschalter bei.

Tastenkappen und seitliches Bedienelement im Detail.

Warum wir den Soft-Modus bevorzugen

Ein Schalter bietet die Modi Hard und Soft. Er verändert die Nachgiebigkeit der Tastenaufhängung, nicht die Federkraft innerhalb der Schalter [1]. Im Alltag empfanden wir den Unterschied als recht gering. Beim direkten Vergleich ist er spürbar, verändert die Tastatur aber nicht grundlegend.

Am deutlichsten hören wir den Klangunterschied. Im Soft-Modus klingt das Tippen zurückhaltend und recht fein. Hard erzeugt einen raueren, präsenteren Klang, der uns weniger gefällt. Akustisch bevorzugen wir deshalb Soft. Das ist Geschmackssache und kein Grund, einen Modus für alle als besser zu bezeichnen.

Der Hard/Soft-Schalter auf der Unterseite.

Lesbarkeit der Tasten und Komfort der Handballenauflage

Bei transparenten Tastenkappen könnte man eine schlechtere Lesbarkeit befürchten. Tatsächlich fanden wir die Beschriftung sehr gut lesbar. Auch sichtbare Spuren sammelten sich in dieser Woche kaum. Allerdings hielten wir Essen konsequent vom Schreibtisch fern!

Die Handballenauflage sehen wir zwiespältiger. Ihre Silikonoberfläche auf einer Aluminiumbasis [1] dürfte für unseren Geschmack etwas weicher sein. Bei diesem Preis ist ihre Festigkeit erwähnenswert. Wie sie altert, können wir noch nicht beurteilen.

Die magnetischen Füße machten keine Probleme. Zwei Höhen liegen bei; zusammen mit der Position ohne Füße ergeben sich drei mögliche Neigungen [2].

Die Tastatur von vorn.

Unsere Spielerfahrung

In CS2 und Battlefield 6 gelang die Umstellung schnell. Besonders gefiel uns das zurückhaltende Tastengeräusch beim wiederholten seitlichen Ausweichen mit schnellen Richtungswechseln. Gegenüber unserer gewohnten Tastatur wirkte die Resonanz deutlich besser gedämpft.

Mit dem Funkempfänger gab es während der Woche weder Verbindungsabbrüche noch ausgelassene oder unbeabsichtigt wiederholte Anschläge. Wir konnten unbeschwert spielen.

ASUS nennt mit dem Polling Rate Booster bis zu 8.000 Hz Abfragerate [2]. Da wir dieses Zubehör nicht verwendet haben, bewerten wir diesen Modus nicht. Die genaue Abfragerate unserer Konfiguration wurde nicht erfasst.

Ein schönes, aber selten genutztes Display

Das OLED-Display setzt einen schönen optischen Akzent. Über die danebenliegenden Bedienelemente lassen sich auch Informationen und einige Schnelleinstellungen aufrufen. Ehrlich gesagt war es für uns vor allem Dekoration. Im Laufe der Woche hatten wir kaum Anlass, es zu nutzen.

Die Einrichtung lief über Armoury Crate. Makros und Beleuchtungsfarben ließen sich problemlos ausprobieren und ändern, ebenso wie bei der parallel getesteten Harpe II Extreme Edition 20.

Seitenansicht der Tastatur mit Bedienelement.

Eine Woche ohne Akkusorgen

Der Akkustand sank innerhalb einer Woche bei durchschnittlich vier Stunden täglicher Nutzung um etwa 30 Prozentpunkte. Das entspricht rund 28 Stunden mit Display und Beleuchtung, ohne Polling Rate Booster. Unter diesen Bedingungen sind wir mit der beobachteten Laufzeit zufrieden.

Wir haben den Akku nicht vollständig entladen: Diese 28 Stunden beschreiben unsere Nutzung, keine Messung der Gesamtlaufzeit.

Eine Tastatur, die uns besser gefällt als ihr Preis

Während unseres Tests lagen die beobachteten Preise zwischen 650 und 700 €. In jedem Fall ist das für eine Tastatur sehr teuer.

Die Edition 20 spricht ROG-Fans und Sammler an, die genau diese Ausführung suchen. Präsentation, Details und Qualitätseindruck passen zu dieser Positionierung. Rein nach Tippgefühl und Spielerfahrung hätten wir allerdings 450 bis 500 € angemessener gefunden.

Die Konstruktion schafft Vertrauen und macht Lust auf eine lange Nutzung. Wie Akku, Elektronik und Display altern, bleibt abzuwarten.

Zum aktuellen Preis würden wir unsere Logitech nicht gegen diese Azoth tauschen. Erst ein sehr hoher Rabatt von etwa 50% würde den Kauf für uns interessant machen. Das schmälert den Spaß bei der Nutzung nicht: Tippgefühl, Verarbeitung und Soft-Akustik haben uns überzeugt. Die etwas harte Handballenauflage und der geringe Nutzen des Displays im Alltag sind Vorbehalte, doch das größte Hindernis bleibt der Preis.

Die Unterseite der Tastatur in Schwarz und Gold.

Fazit

Uns gefielen Verarbeitung, Schwarz-Gold-Optik, leichtes und schnell vertrautes Tippgefühl, Soft-Klang, gut lesbare Tasten und die störungsfreie Funkverbindung im Test.

Weniger überzeugend sind Preis, feste Handballenauflage und der Alltagsnutzen des Displays. Hard/Soft verändert für uns vor allem den Klang und weniger deutlich das Tippgefühl.

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