Mit angegebenen 3.000 W übertrifft die ROG Thor Titanium III Edition 20 den Bedarf unseres PCs selbst mit RTX 5090 deutlich. Wir wählten sie für unseren vollständigen PC zum 20-jährigen ROG-Jubiläum. Im Alltag gefielen uns besonders die ummantelten Kabel, der einfache Einbau und der semipassive Betrieb.
Unsere Testbedingungen
Unser Partner Absolute PC kaufte das Exemplar. Wir bauten es in den ROG GR20 Edition 20 mit Crosshair X870E Edition 20, Ryzen 9 9950X3D2 und ROG Astral GeForce RTX 5090 Edition 20 ein. Wir verwendeten ausschließlich mitgelieferte Kabel und durchgehend den semipassiven Modus.
Dieser Artikel beschreibt Auspacken, Einbau und Nutzung. Wir führten keine elektrischen Messungen an einer Lastbank durch; Wirkungsgrad und Spannungsregelung werden daher nicht bewertet.
Kabel, die sofort auffallen
Zuerst fielen uns die ummantelten Kabel in den Farben der Jubiläumskollektion auf. Dass sich das Finish bis zu den Anschlüssen fortsetzt, gefällt uns, auch wenn später der Großteil der Kabellängen im GR20 verschwand.
Das Netzteil selbst ist massiv und wirkte tadellos verarbeitet. Es bietet die von ROG Thor geschätzte Bauqualität und hinterlässt schon beim Anfassen einen sehr guten Eindruck.
Ein besonders einfacher Einbau
Trotz der Größe war der Einbau in den GR20 ausgesprochen einfach. Weder beim Platzieren noch beim Anschließen gab es besondere Schwierigkeiten.
Die Kabel sind ausreichend lang und flexibel, um sie leicht zu verlegen. Wir konnten sie wie gewünscht führen und Überlängen sauber verstauen. Gerade bei einem optisch wichtigen Aufbau ist das ein echter Vorteil.
Ein Display, das sichtbar platziert werden kann
ASUS liefert ein abnehmbares magnetisches OLED-Display samt Verlängerung für eine separate Platzierung [1]. Wir brachten es gut sichtbar vorn am GR20 an.
Die Montage ist sehr einfach. Kabellänge, Befestigung und Lesbarkeit passten für uns bestens. In unserem Aufbau zeigte das Display einen Leistungswert in Watt in Echtzeit an.
Für unsere Tests hatte es keinen besonderen Nutzen, doch die Anzeige auf einen Blick ist angenehm. Als Verbrauchsmessung für Mainboard- oder Grafikkartentest verwendeten wir sie nicht.
Weit mehr Leistung als benötigt
Die Thor ist für 3.000 W an 220 bis 240 V Netzspannung ausgelegt, gegenüber 1.600 W an 115 V. ASUS nennt 80 PLUS Titanium sowie ATX 3.1- und PCIe 5.1-Kompatibilität [1]. 3.000 W beschreibt die maximale Kapazität, nicht den dauerhaften PC-Verbrauch.
Das ROG Equalizer 12V-2x6-Kabel liegt ebenfalls bei. Laut ASUS soll es den Strom gleichmäßiger auf die Leiter des Grafikkarten-Stromkabels verteilen [1]. Diesen Mechanismus haben wir nicht gesondert vermessen.
Für unseren PC mit einer RTX 5090 ist diese Leistung stark überdimensioniert. Professionelle Mehr-GPU-Systeme können andere Anforderungen haben; unser Hauptgrund war jedoch die Zusammenstellung der Edition 20-Komponenten.
Ein Lüfter, der bei unseren Beobachtungen stillstand
Wir nutzten den semipassiven Modus. Während unserer Sitzungen, auch beim Spielen, beobachteten wir keinen Lüfterstart. Gerade bei offenliegenden Komponenten gefiel uns das sehr.
ASUS sieht Lüfterstillstand bei geringer Last vor und berücksichtigt auch nötige Nachkühlung nach hoher Belastung [1]. Unsere Beobachtung gilt für die hier verwendete Konfiguration und Lasten.
Spiele und Benchmarks liefen ohne Abschaltungen oder Neustarts. Der Betrieb war störungsfrei.
Fazit
Mit etwa 1.000 € zum Testzeitpunkt bleibt diese Thor sehr teuer. Angesichts von angegebenen 3.000 W, Titanium-Zertifizierung und der aufwendigen Sonderedition erscheint der Preis dennoch nachvollziehbar.
Wir hatten auch das ASUS Pro WS 3000W Platinum [2] ausprobiert, das damals etwa 650 € kostete und uns laut erschien. Die Thor war in unserer Konfiguration deutlich leiser, ihr Lüfter blieb bei unseren Beobachtungen aus. Das ist ein subjektiver Vergleich ohne gemeinsames akustisches Testverfahren.
Flexible, sorgfältig ausgeführte Kabel, einfacher Einbau und separat platzierbares Display machen das Netzteil angenehm. In unseren Edition 20-PC passt es gut. Für einen Gaming-PC mit einer Grafikkarte sehen wir dagegen keinen Bedarf für so viel Leistung. Hier zählt auch die Freude am vollständigen Ensemble.