Noctua: Flüssigkeitskühlung soll ohne Pumpe auskommen

Hier geht es um mehr als ein paar zusätzliche Megahertz. Noctua entwickelt mit dem belgischen Spezialisten Calyos einen Thermosiphon für Prozessoren: einen Kreislauf, in dem die Flüssigkeit durch Verdampfung, Kondensation und Schwerkraft zirkuliert. Ziel ist das praktische Format einer All-in-One-Flüssigkeitskühlung, jedoch ohne Pumpe und damit ohne deren Vibrationen, Geräusche und mechanischen Verschleiß.

Der Thermosiphon in Entwicklung auf der Computex 2026 — Noctua.

Das Projekt ist über die Konzeptphase hinaus. Noctua gibt an, innerhalb von zwölf Monaten mehr als 400 Verdampfer- und 25 Kondensatorprototypen getestet zu haben. Eine dünne Schicht gesinterten Kupfers verbessert die Benetzung der beheizten Oberfläche, um trockene Stellen zu begrenzen. Der Kondensator wurde an NF-A12x25-G2-Lüfter angepasst und so angeordnet, dass sich die Schläuche leichter anschließen lassen.

Die beiden Partner nennen das dritte Quartal 2027 als Zeitfenster. Das Produkt befindet sich aber noch in Entwicklung: Weder ein endgültiger Preis noch Ergebnisse aus unserem Labor liegen vor. Und „ohne Pumpe“ bedeutet nicht „ohne Lüfter“. Spannend wird, ob das Serienprodukt seine akustischen Vorteile in einem vollständigen PC bewahrt.

AMD Zen 6: mehr Kerne, AM5 im Blick

Laut den von Club386 zusammengetragenen Informationen könnte Zen 6 Desktop-Ryzen mit bis zu 24 Kernen ermöglichen, basierend auf Chiplets mit jeweils 12 Kernen. Der Artikel nennt eine 2-nm-Fertigung und einen Start 2027. Diese Angaben sind weiterhin inoffiziell und kein Datenblatt eines bereits angekündigten Ryzen.

AMD verlängerte sein Bekenntnis zu AM5 auf der Computex 2026 — AMD.

Es geht um mehr als die reine Kernzahl. Wer encodiert, rendert oder mehrere anspruchsvolle Anwendungen nutzt, könnte von einem CPU-Upgrade profitieren, das Teile des vorhandenen Systems weiterverwendbar macht. AMD kündigte auf der Computex 2026 an, die AM5-Plattform bis 2029 zu unterstützen.

Diese Plattformzusage allein garantiert nicht, dass jedes künftige Modell auf allen seit dem Start verkauften Mainboards läuft. CPU-Supportliste und BIOS-Version bleiben entscheidend. Zudem muss zwischen Standardmodellen und möglichen X3D-Varianten unterschieden werden: Mehr Kerne ersetzen keine Messungen in Spielen.

Intel Nova Lake: ein neuer Wettbewerb in der Oberklasse

Nova Lake ist der andere große CPU-Termin, den man im Auge behalten sollte. Von Club386 aufgegriffene Gerüchte beschreiben bis zu 52 Kerne, aufgeteilt in Performance-, Effizienz- und Low-Power-Kerne, sowie einen neuen Sockel LGA1954. Auch Varianten mit großem Cache werden genannt.

Beim Zeitplan ist eine Einschränkung nötig. In den Erläuterungen zu den Finanzergebnissen des vierten Quartals 2025 ordnete Intel Nova Lake Ende 2026 ein; Club386 geht eher von einem Start Anfang 2027 aus. Aus diesen beiden Angaben lässt sich kein konkreter Verkaufstermin für ein bestimmtes Modell ableiten.

Für Kaufinteressenten zählen die Plattformkosten ebenso wie der Prozessor selbst. Bestätigt sich der erwähnte Sockelwechsel, muss das Mainboard ins Budget aufgenommen werden. Unterschiedliche Kerntypen einfach zu addieren ergibt außerdem keine Leistungsrangliste: Software, Leistungsgrenzen und Aufgabenverteilung müssen getestet werden.

Raptor Lake Next: neues Leben für LGA1700-Systeme

Nicht jede Neuheit zielt auf die teuersten PCs. Das meist als Raptor Lake Next bezeichnete Projekt rückt eine etablierte Plattform erneut in den Mittelpunkt. Gigabyte hat angekündigt, seine B760- und H610-Reihen auf kommende LGA1700-Prozessoren vorzubereiten, die Anfang 2027 erwartet werden.

Diese Ankündigung eines Mainboardherstellers bietet eine konkretere Grundlage als eine bloße Liste vermuteter Modelle. Sie bestätigt jedoch nicht pauschal jede LGA1700-Platine: Das genaue Modell, die Revision und das vom Hersteller bereitgestellte BIOS müssen geprüft werden.

Der praktische Nutzen für Besitzer eines solchen Systems liegt auf der Hand: Ein gezieltes Upgrade könnte den Austausch aller Komponenten vermeiden. Die Plattform gibt es in DDR4- und DDR5-Varianten, die Wahl hängt aber vom Mainboard ab. Ein DDR4-Board wird durch ein Softwareupdate nicht DDR5-kompatibel. Das Verhältnis zwischen CPU-Preis und tatsächlichem Zugewinn zählt daher mehr als der reine Produktname.

Radeon RDNA 5: AMDs nächster Grafikmeilenstein

Club386 nennt einen ersten RDNA-5-Start 2027, eine mögliche Rückkehr in die höchste Leistungsklasse und einen Wechsel zu GDDR7. Zeitplan und Zusammensetzung der künftigen Serie bleiben unbestätigt. Daraus bereits Produktmodelle oder Preise abzuleiten wäre verfrüht.

Aktuelle RX 9070 XT, RDNA-4-Generation — Chaddy / CC BY-SA 4.0.

Die aktuelle Generation liefert einen hilfreichen Bezugspunkt. AMD stellte RDNA 4 mit neuen Raytracing-Beschleunigern, erweiterten KI-Fähigkeiten und FSR 4 vor. Die RX 9070 XT kombiniert unter anderem 64 Compute Units mit 16 GB GDDR6 an einem 256-Bit-Bus.

An diesen Einsatzbereichen muss sich eine künftige Generation messen lassen: klassisches Rendering, Raytracing-Beleuchtung, Rekonstruktionsqualität und tatsächliche Flüssigkeit. Schnellerer Speicher oder mehr Recheneinheiten können die verfügbaren Ressourcen erhöhen. Daraus lässt sich jedoch kein Leistungsprozentsatz für sämtliche Spiele ableiten. Für Spieler zählt der sichtbare Fortschritt zu einem erschwinglichen Preis.

NVIDIA Rubin: GeForce und KI-Chips auseinanderhalten

Die von Club386 aufgegriffenen Gerüchte verorten GeForce-Karten auf Rubin-Basis eher im Jahr 2028. Das ist die am weitesten entfernte Aussicht dieser Auswahl und eine, bei der unterschiedliche Produktfamilien besonders sorgfältig getrennt werden müssen.

Aktuelle RTX 5080, Blackwell-Generation — NVIDIA.

NVIDIA hat Rubin CPX tatsächlich angekündigt, allerdings zur Verarbeitung sehr langer Kontexte in der künstlichen Intelligenz. Die offizielle Mitteilung beschreibt einen Chip mit 128 GB GDDR7, integriert in professionelle Systeme und für Ende 2026 erwartet. Das ist keine Ankündigung einer Gaming-Grafikkarte mit derselben Speichermenge.

Der Architekturname allein erlaubt daher nicht, technische Daten, Leistung oder Termine einer Rechenzentrumsplattform auf eine GeForce zu übertragen. Für Gaming-PCs warten wir auf Ankündigungen, die tatsächlich Karten für Spieler betreffen. Dann gilt es zu messen, was die neue Architektur bei Rendering, Raytracing und Energieeffizienz bringt.

Fazit

Der Thermosiphon von Noctua und Calyos, die Weiterentwicklung von AM5 und die Verlängerung von LGA1700 stützen sich auf Herstellerankündigungen. Detaillierte technische Daten künftiger CPUs und GPUs müssen noch bestätigt werden. Es gibt also Grund zur Vorfreude auf den nächsten PC, ohne eine reizvolle Aussicht mit einem bereits verfügbaren Produkt zu verwechseln.

Alle Nachrichten