Eine schöne Verpackung und vor allem ein wunderschönes Board
Die Verpackung ist recht ansprechend gestaltet und passt gut zum Jubiläumscharakter des Produkts. Doch sobald das Etui geöffnet ist, zieht vor allem das Board unsere Aufmerksamkeit auf sich. Sein Gewicht fällt sofort auf, und die Verarbeitung vermittelt einen ausgesprochen soliden Eindruck. Man merkt, dass man ein High-End-Mainboard in den Händen hält.
Die Kühlkörper und ihre kupferfarbene Oberfläche tragen wesentlich zu diesem Eindruck bei. Eine Klarstellung: ASUS spricht von einer Kupferfarbe, bestätigt aber nicht, dass die Kühlkörper aus massivem Kupfer bestehen.
Die Farben und das alte Logo machen den Unterschied
Zuerst versetzen uns die Farben direkt zurück zur ursprünglichen Crosshair, dann das alte Republic-of-Gamers-Logo. Die Kombination aus Kupfer, Blau und Weiß ist in unseren Augen wirklich gelungen. Sie verleiht dem Board einen sofort erkennbaren Charakter, ohne dass man die Modellbezeichnung lesen muss.
An der Optik haben wir nichts Besonderes auszusetzen. Die Herausforderung liegt eher in der Wahl der übrigen Komponenten: Diese etwas altmodischen Farben lassen sich in einem modernen PC nicht ganz so leicht kombinieren. Man sollte den Stil mögen und das gesamte System darauf abstimmen, besonders wenn die Komponenten gut sichtbar bleiben.
Praktische Befestigungen, ohne alles neu zu erfinden
Wir haben die Befestigungsmechanismen für M.2-SSDs und die Entriegelung der Grafikkarte ausprobiert. Sie wirkten auf uns gut durchdacht. ASUS bietet solche Montagehilfen seit mehreren Jahren an, und wir freuen uns, vertraute Lösungen wiederzufinden. Wenn das Prinzip gut funktioniert, warum sollte man alles ändern?
Eine moderne Plattform hinter der Retro-Optik
ASUS kombiniert den X870E-Chipsatz mit dem AM5-Sockel für kompatible Ryzen-7000-, -8000- und -9000-Prozessoren. Das Board hat ATX-Format und bietet Platz für vier DDR5-Module mit insgesamt bis zu 256 GB. Die beworbenen maximalen Speichertaktraten im Overclocking hängen vom Prozessor und vom Arbeitsspeicher ab; wir haben sie nicht überprüft.
Für Massenspeicher stehen fünf M.2-Steckplätze und vier SATA-Anschlüsse bereit. Mit einem kompatiblen Ryzen 7000 oder 9000 können die ersten beiden M.2-Steckplätze mit PCIe 5.0 arbeiten. Achtung: M.2_2 teilt sich die Bandbreite mit USB4; wird der Steckplatz auf x4 eingestellt, werden diese USB4-Ports deaktiviert. Der fünfte M.2-Steckplatz nimmt ausschließlich das Format 2230 auf und arbeitet mit PCIe 4.0 x2.
Zur Konnektivität gehören Ethernet mit 10 und 5 Gbit/s, Wi-Fi 7 und zwei USB4-Ports mit 40 Gbit/s. Vorgesehen sind zwei interne USB-C-Anschlüsse mit 20 Gbit/s, einer davon mit bis zu 60 W bei Anschluss der erforderlichen Zusatzstromversorgung. Ein 2-Zoll-OLED-Display rundet die Ausstattung ab. Diese Angaben stammen aus dem ASUS-Datenblatt und nicht aus Tests unserer Redaktion.
Für 800 Euro hat die Begeisterung ihren Preis
Zum Zeitpunkt dieser Vorstellung nennt uns Absolute PC einen Preis von rund 800 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die gefühlte Qualität passt zu einem derart hochwertigen Produkt: Gewicht, Verarbeitung und Stabilität haben uns überzeugt. Leichter zu akzeptieren macht das den Preis allerdings nicht.
Wir hätten diese Crosshair eher bei rund 600 Euro gesehen. Für 800 Euro bleibt sie ein exklusives Board, bei dem das Design und der Bezug zum Original zwangsläufig eine große Rolle bei der Kaufentscheidung spielen werden. Uns gefällt die Hommage sehr gut; zögern ließen uns vor allem der Preis und die Schwierigkeit, ihre Farben auf den restlichen PC abzustimmen.
Fotogalerie
1 / 9 · Die äußere Verpackung der ROG Crosshair 2006, die das schwarze Etui umschließt — Bildnachweis: Hardware Reference
Fotos der Hardware-Reference-Redaktion.