Die 20-Prozent-Angabe hat einen klar definierten Umfang

In seinem am 15. Oktober veröffentlichten Überblick nennt Microsoft bis zu 20 % schnellere Reaktionen. Der Methodikhinweis vergleicht die Builds 26300.9550 und 26200.7628 anhand der Antwortzeiten von Suche, Startmenü, Kontextmenü, Einstellungen, Snipping Tool und Datei-Explorer.

Es handelt sich also nicht um eine allgemeine Leistungssteigerung des PCs um 20 %. Daraus lässt sich kein entsprechender Gewinn in Spielen, beim 3D-Rendering oder bei der Videokodierung ableiten. Die Zahl beschreibt Microsoft-Messungen zu bestimmten Interaktionen, deren Ergebnisse je nach Rechner variieren können.

Weniger Speicherdruck auf 8-GB-Systemen

Microsoft zufolge lassen sich bis zu 2 GB zusätzliche aktive Daten im Arbeitsspeicher halten, statt sie auf den Massenspeicher auszulagern. Auf PCs mit höchstens 8 GB werden Widgets erst beim Öffnen geladen, was mehr als 200 MB freigeben kann.

Die beiden Ankündigungen beschreiben unterschiedliche Mechanismen. Der erste soll die für aktuelle Aufgaben benötigten Daten schnell verfügbar halten; der zweite reduziert den Speicherbedarf im Hintergrund. Das Betriebssystem fügt dem Rechner dadurch keinen physischen RAM hinzu.

Für Nutzer soll der Wechsel zwischen mehreren Fenstern oder Tabs flüssiger werden. Der wahrgenommene Nutzen hängt allerdings davon ab, was das System zuvor ausgebremst hat: Eine Windows-Optimierung wirkt sich nicht auf jede Arbeitslast gleich aus.

Verbesserungen über den Speicher hinaus

Club386 hebt auch die angekündigten Änderungen an Windows Hello hervor: Die Anmeldung per Gesicht oder Fingerabdruck soll schneller und zuverlässiger werden. Das Medium verweist zudem auf Aktionen direkt aus der Suche und den Nutzen von Advanced Shader Delivery, um bestimmte Ladephasen in unterstützten Spielen zu verkürzen.

Diese Neuerungen sind nicht als Gesamtpaket zu verstehen, das sofort auf jedem PC verfügbar ist. Die Einführung erfolgt schrittweise. Einige Funktionen erhalten zunächst Teilnehmer des Windows-Insider-Programms.

Was gemessen werden muss

Interessant wird der Vergleich identischer Aktionen auf demselben Rechner vor und nach dem Update. Datei-Explorer öffnen, die Suche aufrufen und zwischen Anwendungen wechseln: So lässt sich ein konkreter Nutzen jenseits des höchsten beworbenen Prozentwerts überprüfen.

Fazit

Diese Optimierungen gehen in eine sinnvolle Richtung, gerade für einfach ausgestattete PCs. Die 20 % bleiben jedoch eine Microsoft-Angabe zur Reaktionsfähigkeit bestimmter Oberflächen und ersetzen keine unabhängigen Messungen im Alltag.

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