Ein offenes Dock für große GPUs
In der am 4. November veröffentlichten Ankündigung nennt ASUS GeForce RTX 50, RTX PRO 6000, Radeon RX 9000 und Intel Arc als unterstützte Familien. Das Dock lässt die Karte bewusst offen stehen: Ihre Kühlung bleibt frei zugänglich, und die GPU wird zu einem sichtbaren Bestandteil des Aufbaus.
Die Aufnahme bietet Platz für Karten mit bis zu 361 × 139,3 × 93,9 mm. Entscheidend sind die Abmessungen des genauen Modells, nicht nur die Bezeichnung der GPU. Die Station selbst misst 324,6 × 173 × 104,7 mm, ohne die eingebaute Karte zu berücksichtigen.
Eine weitere Besonderheit ist der GC-HPWR-Anschluss, der kompatible ASUS-BTF-2.5-Karten ohne sichtbares Kabel an der GPU mit Strom versorgt. Der Hersteller nennt insbesondere die TUF Gaming RTX 5080 BTF OC und die ROG Astral RTX 5090 BTF. Herkömmliche Karten lassen sich weiterhin mit ihren Stromkabeln nutzen.
80 Gbit/s bedeuten nicht die Leistung eines Desktop-PCIe-Steckplatzes
Die Thunderbolt-5-Verbindung wird mit 80 Gbit/s in beide Richtungen angegeben. Die Zahl von 120 Gbit/s bezieht sich auf den Bandwidth-Boost-Modus, der die Verbindung für anspruchsvolle Videodatenströme neu aufteilt. Sie darf daher nicht als PCIe-Datenrate von 120 Gbit/s dargestellt werden, die der Grafikkarte zur Verfügung steht.
Intels Dokumentation unterscheidet diese Gesamtbandbreite zudem von den für den PCIe-Transport vorgesehenen 64 Gbit/s. Diese Obergrenzen beschreiben eine Schnittstelle, keinen Zugewinn an Bildern pro Sekunde. Bislang enthalten die eingesehenen ASUS-Unterlagen keine Ergebnisse, mit denen sich der Unterschied zwischen derselben Karte in einem Tower und in diesem Dock beziffern ließe.
Die wichtigsten technischen Daten
Merkmal | ROG XG Station 3 |
|---|---|
Verbindung zum PC | Thunderbolt 5; bis zu 80 Gbit/s bidirektional |
Laden des PCs | USB Power Delivery mit bis zu 140 W |
Nachgeschalteter Thunderbolt-Anschluss | Bis zu 36 W; unterstützt die Reihenschaltung von Bildschirmen |
Frontanschlüsse | 2 × USB-C mit 10 Gbit/s |
Maximale Grafikkartenabmessungen | 361 × 139,3 × 93,9 mm |
Zusätzlich benötigtes Netzteil | SFX oder SFX-L; 750 W und 80 PLUS Gold oder besser empfohlen |
Angegebenes Betriebssystem | Windows 11 25H2 oder neuer; macOS wird nicht unterstützt |
Mitgeliefertes Zubehör | 1 m langes Thunderbolt-5-Kabel |
Das Dock kann auch Peripherie und Bildschirme bündeln. ASUS nennt bis zu drei 4K-Bildschirme per Reihenschaltung am nachgeschalteten Thunderbolt-Anschluss. Die Videoausgänge der eingebauten Karte eröffnen weitere Möglichkeiten, die je nach gewählter GPU und verwendeten Monitoren zu prüfen sind.
Das Notebook vor der Bestellung prüfen
Die Dokumentation sollte genau gelesen werden: Die FAQ nennt Abwärtskompatibilität zu Thunderbolt 4, während das Datenblatt einen Thunderbolt-5-Anschluss mit Unterstützung für externe GPUs verlangt. ASUS empfiehlt selbst, die Thunderbolt-/USB4-eGPU-Kompatibilität beim PC-Hersteller zu bestätigen. Allein eine USB-C-Buchse reicht daher nicht aus, um den Kauf abzusichern.
Die empfohlenen 750 W beziehen sich auf die Wahl des Netzteils. Es handelt sich nicht um eine angegebene dauerhafte Leistungsaufnahme. Um das Gesamtpaket zu bewerten, müssen die Preise für Netzteil, GPU und Station zusammengerechnet werden.
Die BTF-Kompatibilität betrifft hier schließlich den Stromanschluss. Sie belegt für sich genommen nicht, dass sämtliche Überwachungsfunktionen vorhanden sind. Unser Artikel über die Grenzen von Power Detector+ bei der Z890 Hero BTF erklärt, warum diese Funktionen separat geprüft werden müssen.
Fazit
Die XG Station 3 richtet sich vor allem an Nutzer, die ihr Notebook behalten und am Schreibtisch um eine stationäre Grafiklösung ergänzen möchten. Ob sich das finanziell lohnt, hängt vom Preis des Docks ab, der in den eingesehenen Unterlagen noch fehlt, sowie von der gewählten GPU und dem zusätzlich benötigten Netzteil. Tests müssen zudem zeigen, welche Leistung die externe Verbindung in Spielen tatsächlich ermöglicht.